Ich habe den Koller.
Deshalb, anstatt des geplanten Entzuckerns während des Wochenendes:
Haberchöpfli auf einem Bett von Mandarinen
basierend auf Ideen im Tiptopf
100 ml Milch
50 ml Wasser
1 Pck Vanillezucker
150 g Haferflocken
Sahne
Mandeln, gemahlen oder gehackt
2-3 Mandarinen
Lange gehütetes Förmli (von einem gekauften Griesschöpfli im April) ins Tiefkühlfach bugsieren. Milch & Wasser aufkochen, Zucker darin auflösen.
Haferflocken einrühren. Alles blubbern lassen , so eine Viertelstunde lang.
Zwei Esslöffel Sahne einrühren, zwei Teelöffel Mandeln ebenfalls.
Förmli aus dem Kühler fischen.
Eine Mandarine schälen. Den Boden des Förmli mit Mandarinenschnitzen je nach künstlerischem Geschick mehr oder weniger hübsch belegen.
Die warme Hafer-Stärke-Milchmasse daraufgeben, gut andrücken.
Im Kühlschrank festwerden lassen.
Chöpfli mit einem Messer sorgfältig vom Förmlirand lösen und auf einen Teller stürzen. Mit den verbleibenden 2.352 Mandarinen eine kreative Verzierung gestalten. Einen Esslöffel Sahne über das Chöpfli laufen lassen.
Essen.
16.12.06
Nervennahrung
15.12.06
Guetzli: Marmeladeaugen
Momentan habe ich eine Ernährungskrise. Das ewige Vorgekocht-Aufgewärmte mag ich nicht mehr sehen, auf Mensa habe ich auch nicht gross Lust - und so bleibt eine schräge Diät, die unter anderem Mars und die jahreszeitlich bedingten Apéros und viel zu viel Zucker und Fett beinhaltet.
Da findet sich nicht viel Verblogbares - doch ich habe vor geraumer Zeit mein Guetzlirezept des Jahres versprochen : Marmeladenaugen.
Ich nenne sie beharrlich Madleineauge ("Madlänenouge" Jawohl, mit Berner Dialekt - obwohl ich alles andere als Bärndütsch spreche) - fragt mich bitte nicht warum!. Wobei - soll ich das Rezept wirklich veröffentlichen? Als ich die Kommentare zu Claudias Mohnkuchen las, schwankte ich schon ein bisschen - schliesslich wird hier auch ein böses Fertigprodukt verwendet - welches meiner Meinung nach den Guetzli das gewisse Etwas verleiht.
Die Guetzli sind wunderbar knusprig, schmecken nach Vanille und Weihnachten und erhalten mit dem Marmeladeklecks den letzten Schliff
Marmeladeaugen
nach "Das Buch vom Backen - die grosse Schule" Köln 2003
Gibt ca 25 Stück
80 g sehr weiche Butter
40 g Zucker
2EL Milch
1/2 TL Vanillearoma
125 g Mehl
2 TL Backpulver
40 g Vanillepuddingpulver
Mamis Erdbeermarmelade (eine andere Konfitüre geht auch ;) ) für die Füllung
Backofen vorheizen: 180 Grad Celsius.
Die Butter ausgiebig cremig schlagen. Zucker einrieseln lassen und mit dem Handrührer zu einer hellen, schaumigen Masse verarbeiten. Aroma und Milch unterrühren. Mehl und Backpulver dazu sieben, Puddingpulver beigeben und alles zu einem weichen Teig kneten.
Mit einem Teelöffel den Teig portionieren und zu kleinen Kugeln formen, welche mit grossem Abstand auf ein bebackpapiertes Blech gegeben werden.
Einen Kochlöffelstiel leicht in die Kugeln bohren. (Aus topologischer Sicht sollte das Ding allerdings eine Kugel bleiben. Sorry-Insider). Die Löcher mit reichlich Marmelade befüllen. Womit der Name "Augen" erklärt wäre.
Jetzt noch das Blech in den Ofen schieben und es dort für ca 15 Minuten lassen (Plätzchen dunkeln ziemlich, macht ab
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Frau Brüllen wirft - Mlle Différentielle fängt und antwortet brav.
Du kannst nicht vom Bloggen leben, woher kommt Deine Kohle?
Ich bin proudly powered by les parents différentiels. Das reicht zum Leben. Und für ein bisschen mehr.
Hast Du in der Schule auch schon so gerne geschrieben, wie Du es jetzt in Deinem Blog tust?
Eigentlich lieber.
Wenn Du gerade nicht am bloggen bist, bist Du…
vélo, boulot, dodo. Hinderschi und fürschi.
Was macht Deine Wohnung erst so richtig bequem und wurde in diesem Jahr angeschafft?
Meine sonnengelbe Tagesdecke macht mein Zimmer zugegebenermassen freundlicher. Die wurde aber schon vor Jahren angeschafft.
Richtest Du Deine Wohnung ein, oder ist alles was da drin ist einfach nur “irgendwie reingekommen”?
Es ist alles einfach nur "irgendwie reingekommen", denn ich wohne möbliert.
Wann hast Du das letzte mal ein Band-Poster irgendwo an der Wand geklaut, und welches?
Nie. Keines.
Gestaltest Du Dir auch eigene Sachen?
Nein. Das ist auch besser so. En général.
Früher habe ich Stunden damit zugebracht, meine Schulhefte kreativ einzufassen und aus meinem Geschichtsheft ein wahres Kunstwerk gestaltet (Was dann auch den obligaten 5.8 in "Heftführung " gab. Die zwei Zehntel Abzug waren immer wegen unsauberen Einklebens und ungenauen Ausschneidens. Das kann ich bis heute nicht). Heute gibt es LaTex.
Welches Gerät hast Du Dir angeschafft, obwohl es eigentlich viel zu teuer ist?
Einen Rooter. Dh, bei meinem Einzug war er schon da. Aber wer ein Jahr lang wieder auf ein Modem angewiesen war und Internetjunkie ist....Doch ADSL ist eben teuer.
Kaufst Du Marken-Klamotten?
Falsch. Angesichts meines Kleiderschrankes muss die Frage lauten: "Kaufst du Klamotten?"
Innerhalb dieses Jahres hat Dich vor allem überrascht, dass…
ich in der Blogwelt Fuss fassen konnte.
Dein Top Album 2006
Die Ärzte: Rock'n'Roll Realschule.
Ist zwar schon etwas älter, habe ich mir erst dieses Jahr gekauft.
Top Filme, Serien und Podcasts 2006
Film: "Wie im Himmel"
Musik so wie ich sie verstehe.
Serie: "Grey's Anatomy"
Keine Begründung. Kult. Auch wenn ich bloss geschätzte 15 Folgen gesehen habe
Podcasts: Ohne mich.
Top Bücher 2006
Le grand traité de la thermodynamique.
Nein, ich beliebe zu scherzen. Geständnis: entweder lese ich fürs Studium oder ansonsten Schund zum Durchlüften der Gehirngänge ("Schund"==Bücher, bei denen man auf der zweiten Seite weiss, dass sie sich kriegen und das dann nach 400 Seiten auch bestätigt kriegt. Mit im mélange: pseudoemanzipierte Frauen, Männer mit harter Schale und ebensolchen Muskeln, aber weicher Seele, Kinder, oh Graus, detaillierte Bettg'schichten). Auf meinem Nachttisch liegen die Bibel und "A short history of nearly everything".
Kann doch gar nicht sein dass dieses Jahr schon wieder fast vorbei ist, dabei wolltest Du noch…
äh, keine ahnung. Fensterputzen?
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10.12.06
Nüme nüüt
Festtagsessen. Fleischessen. Wenn sich Besuch aus dem hohen Norden ankündigt, kann man sich ja nicht lumpen lassen, oder! Ganz so kulinarisch wie Frau Kaltmamsells Wochenende war das unsrige dann doch nicht.
So gab es samstags sehr leckere Schweineplätzchen an Morchelsauce (Rezept unten). Obwohl eigentlich aus dem "leichte Küche" BB stammend, doch sehr füllend, dass der Nachmittag dösenderweise sehr rasch verging.
Abends dann eine halbe geteilte Packung M&M's, original importiert aus den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem neuen James Bond auf Englisch (und einer Mlle Différentielle, die sich aus lauter Schreck plötzlich sehr undamenhaft an den Liebsten klammerte. *hust*)
Sonntags gings etwas trashiger zu: Das Food parcel wollte entdeckt werden, und so wurden Anchor Wings mit geknofelten Schlosskartoffeln, einer pseudo Blue-cheese-Sauce und in Butter geschwenkten Erbsen serviert[genauere Besprechung folgt].
Doch nun zum eigentlichen Thema:
Ich habe eine Schwäche für geistigere Rahmsaucen [und jetzt Cognac für die nächsten dreissig Jahre] als auch für Morcheln . Und wenn beides zusammen trifft....
Curry mischt auch noch mit, doch unterstützt geschmacklich nur und dominiert nicht das Gericht. Des weiteren vorhanden: Schweinsplätzchen (leicht zu trocken, da Mlle Différentielle beim Fleisch zubereiten überfordert ist, sobald es hochwertiger als Ghackets ist, aber dennoch immer Recht behalten will und dem Liebsten dreinpfuscht), ein paar Nudeln (von derselben Dame genialerweise völlig verkocht. Das ist mir auch noch nie passiert - doch die herausragende Sauce liess diesen défaut völlig nebensächlich erscheinen), viel Frühlingszwiebeln, eine vor sich hin brennende Kerze, ein paar Küchengeräte und zwei Verliebte.
Etwas konkreter:
Schweinsplätzchen an Zwiebel-Morchelsauce
Rezept für 2-3 Personen nach Betty Bossi : "Leichte Küche"
250 g Schweinsfilet
2 EL Zitronensaft
2 EL Congnac
Bratbutter
1 TL mildes Curry
250 g Frühlingszwiebeln, in breite Streifen gschnitten (incl. Grün)
10 g getrocknete Morcheln, eingeweicht, grosse Morcheln zerschnitten
2 TL mildes Curry
1 dl Gemüsebouillon
150 ml Halbrahm
1/2 TL Maizena
Morcheln einweichen. Zwei Stunden etwas anderes machen.
Filet in ca 1 cm dicke Plätzchen schneiden. Beidseitig mit Zitronensaft und Schnaps gründlich einreiben, zugedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen.
Inzwischen das Gezwiebele in 1 cm breite Streifen schneiden. Darf alles mit, auch das dunkle Grün.
Morcheln können auch ausgedrückt und abgespült werden. Grosse Hüte kleinschneiden.
Plätzli trockentupfen.
Bratbutter mit dem curry erhitzen. Filetstücke beidseitig anbraten. Rausnehmen und zugedeckt zur Seite stellen.
In derselben Pfanne die Zwiebeln andünsten. Curry beigeben, weiterdünsten.
Pilze dürfen auch rein, weiter dünsten.
Dann mal mit der Brühe ablöschen. Während das 2-3 Minuten vor sich hin blubbert, das Maizena im kalten Halbrahm gründlichst auflösen.
Beigeben. Geheimtipp von Mlle Différentielle: an dieser Stelle ca 3 ml Cognac beigeben. weitere 2-3Minuten köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. Filets dazugeben und aufwärmen.
Servieren.
ZB. mit Teigwaren.
Dem Herrn ein Dankesgebet sprechen.
Andächtig schweigend essen.
Vor Glück nicht rühren können
5.12.06
Adventsfreuden und Emanzipation
In meinem Adventskalender fand ich heute einen Kartoffelschäler.
Ist das jetzt von emanzipatorischer Seite her schlimm, wenn ich mich darüber auch noch freue?
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3.12.06
Mlle Diff goes Bünzli
Die Auflösung:
Mlle Différentielle hat gegueztlet. Und das braucht bekanntermassen viel Butter. Diese wiederum muss schön geschmeidig gerührt werden - von Hand. Was zu fiesen Blasen führt.
Innerhalb von drei Stunden entstanden in der elterlichen Küche Guetzli, die nicht zum Plätzchenkanon bei Parents différentiels gehören.
-Lebkuchen, nach dem Rezept vom Kochfrosch, mit leicht zu dominantem Orangengeschmack [die Schale von dreiviertel Orange scheint zuviel zu sein], das Geschmacksbouquet wurde im Vergleich zum ursprünglichen Rezept noch um gemahlene Nelken, eine Prise Ingwer und einen Hauch von Pfeffer erweitert.
-Spritzgebäck (Rezept)Eher auf der desaströsen Seite des Backabends. Zuerst war der Teig so zäh, dass er nicht durch den Spritzbeutel wollte. Oder fast nicht. Auf alle Fälle nur mit grossem Kraftaufwand. Die Teigwürste, die auf das Blech fielen, waren auch nicht unbedingt sehr ästhetisch anzusehen. Nachdem die verbleibende Masse wieder aus dem Sack gepuhlt, mit zusätzlicher Flüssigkeit versehen und wieder in den Sack zurück bugsiert war, glitten die Würstli ein bisschen besser, wenn auch nicht unbedingt von schönerer Form aufs Backpapier. Schliesslich hatte ich den Dreh raus. glaubte ich. Doch nach dem Backen stellte sich heraus, dass die weicheren, ästhetischeren Teile sich allesamt in unförmige Klumpen verwandelt hatten.... Nuuun ja. Der Geschmack ist gut, ein gewöhnliches Guetzli, das durch das Ei das gewisse Etwas erhält. Da ich nicht so der Liebesperlen-und bunter Zuckergusstyp bin, habe ich die Guetzli zur Hàlfte in Kuvertüre getaucht und anschliessend in Krokant gewälzt. Wenn sie schon hässlich aussehen, sollen sie wenigstens schmecken ;).
-Sablés, mal wieder, in der Weihnachtsedition mit halbierten, karamelisierten Walnüssen oben drauf.
-Madleineaugen ["Madlänenougä"], eigentlich "Marmeladenaugen". Die besten Guetzli der gesamten Backsession. Rezept folgt bald