15.12.10

Blogwichtel 2010

Zu Gast also

Chez Demoiselle Différentielle

was mich gleich darauf vorbereitete, mein in die rostigen Jahre gekommenes Schulfranzösisch wieder aufzubessern. Was an sich schon ein sehr anspruchsvolles Unterfangen ist, aber der Traum eines jeden Küchendilettanten wartete offenbar auf mich: ein Blog, das sich unter anderem und in der Folge vor allem mit kulinarischen Ereignissen befasst. Mit denen ich mich sehr gerne befasse, allerdings eher destruktiv in Form des Essens als kreativ in Form des Kochens. Darüberhinaus finden sich klassische Webtagebucheinträge, politsche Beiträge - von allem etwas. Schlußendlich kam ich zur Überzeugung, dass Mademoiselle der französischen Schweiz entstammt. Indizienbeweise. Es könnte natürlich sein, dass sie nur eine frankophil-affine Schweizerin ist. Oder gar keine Schweizerin. Also bleibt Mademoiselle ein Geheimnis. Wie gewünscht. Aber doch, sie ist Schweizerin, ich lege mich fest.

Wie also kann man einer eventuell Schweizer politisch-interessierten Gourmetliebhaberin eine Freude machen durch ein Blogwichtel?

Ich habe darauf verzichtet, etwas zu backen oder zu kochen und dann per Express-Sendung nicht verschicken zu können. Mademoiselle wird es mir verzeihen, es ist zu ihrem eigenen Besten, denn ich fühlte mich spontan inspiriert zum Versuch, einen Rekord einzustellen. Seit 1994 hält nämlich eine Gruppe aus der Schweiz den Größenweltrekord im Rösti backen. Die Thuner Wirtschaftskammer der Jungen in Zusammenarbeit mit Behinderten buk den Rekordrösti. Er wog 1130 kg, hat einen Durchmesser von 3,5 Metern und hat einen Flächeninhalt von 9,62 m². Wollte dann aber Mademoiselle doch nicht mit einer derartigen Lieferung belasten, hatte aber wieder was gelernt, denn zum Kochen habe ich eine ähnliche Beziehung wie dieser von mir sehr geschätzte Herr würde aber als Ausgleich ein Rezept für Coq au Vin beifügen, als kleine Entschuldigung fürs Entgleisen in alterwürdige Puppencomedy.

Dann las ich, dass Mademoiselle nicht weiß, was ein Limerick ist und wegen Faulheit terminlicher Schwierigkeiten auch nicht zum Googlen kam. Mit Freude kann ich hier jetzt ein Beispiel präsentieren und zwar sogar von einem Schweizer Kabarettisten, dem Herrn César Keiser - leider 2007 verstorben.

Da gab's den Herrn Stöckli aus Stocken,
der wusch sich die Füsse samt Socken.
Der Siegrist von Meggen,
tat darob erschrecken,
und läutete sämtliche Glocken.

Mademoiselle, ich gehe davon aus, dass die Regeln des Limericks bei Ansicht desselben selbsterklärend sind und hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Eine kleine Aufmerksamkeit hätte ich noch für Mademoiselle, die erst diesen September youtube entdeckt zu haben scheint und eine Vorliebe für Videos von Tierbabies hat. Nun ja, ob er ein Baby ist, weiß ich nicht, aber allerliebst ist er auf jeden Fall. Bitte schalten Sie den Ton ein.

Ich stelle gerade sans amusement fest, dass ich während der Lektüre von Mademoiselles Blog anscheinend zugenommen habe. Ich kann mir nicht erklären, woran das liegt. Dass sich Kalorien bilden, während man ein Rezept nach dem anderen liest, glaube ich jedenfalls nicht. Und das, wo Mademoiselle selbst noch am 14. Juni diesen Jahres behauptet hatte
Ich kokettiere gerne damit, dass ich in den vier Jahren, die es diesen Blog gibt, aus der Foodieszene langsam entschwunden bin. Tja.
Hören Sie auf damit, denn wenn Sie das "aus der Foodieszene entschwunden" nennen, habe ich noch nie etwas gegessen und mache Werbung für "Obsession" :)

Mademoiselle, es war mir eine Freude, durch Ihr interessantes Blog zu lesen und ich ich hoffe, dass Ihnen mein Beitrag ein bisschen gefällt. Wenn nicht, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie wenigstens ein bißchen so tun könnten als ob. Sie müssen ja nicht ins Detail gehen, aber sowas wie das hier würde ja reichen. :-)

Vorweihnachtliche Grüße sendet Ihr Blogwichtel

Sie lasen: Wichtelbeitrag 2010 für dieses bescheidene Blogheim, organisiert dankenswerterweise von der lieben Creezy. Lieber Wichtel, herzlichen Dank! Sehr amüsant! Natürlich rätsel ich jetzt schön vor mich hin. Eingeschränkt habe ich die Herkunft auf Deutschland, aufgrund sprachlicher Marker. Natürlich darf mein österreichisches Blogwichtelchen jetzt kichern, wenn es denn ein solches ist. Geschlechtsmässig bin ich noch unentschlossen, tendiere jedoch ob der Linkschleuderei zum Mann. Ansonsten, grosse weite Leere :). (Ich würde mich ja nie getrauen, Ihren Beitrag zu kritisieren. Dafür ist mein eigener viel zu äh ja, suboptimal geraten. Vielleicht doch etwas Kleines: es heisst DIE Rösti. Weiblich. Wenn schon mit Artikel, dann weiblich! Ansonsten habe ich mir erlaubt, ein, zwei offensichtliche Rechtschreibefehler zu korrigieren, ich hoffe, Sie verzeihen mir!)

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