Was ich bei meinem Jahresrückblick zu erwähnen vergass: Es war auch (gerade noch knapp) im Jahre 2010, als ich zum ersten Mal Teigwaren produzierte. Also so richtig mit Teigankneten, tausend Mal durch verschiedene Stufen walzen und schliesslich formen. Ich meine, hallo? So ganz hat es sich mir nicht erschlossen, weshalb man gerade unbedingt Lancette fertigen musste. Das impliziert nämlich, dass jede einzelne Teigware von meinen zarten Händen geformt werden musste. Jede.
Nun bin ich der ganzen heimischen Pastaproduktion in mitteleuropäischen Küchen schon von vornherein etwas skeptisch eingestellt, umgibt sie doch immer der anbiedernde Hauch des Wellness Do-it-yourselfers Dass ich jetzt einen Tag mit stupidem Geforme verbrachte, trug nicht unbedingt zur Begeisterung bei, zumal die geistige Herausforderung nicht mehr nachweisbar ist, wenn man denn mal gerafft hat, wie man die Teigwarendicke verstellt.
Ich formte also vor mich hin, und stellte eine extreme Bünzlisierung meinerselbst fest. Das schreie ich ja schon seit Jahren rum. Aber selbstzufrieden (wenn auch fluchend) Pasta zu machen, das ist dann schon die nächste Stufe, in diesem wunderbaren Kosmos der doch sehr spiessigen Foodie-Szene. Im Radio liefen Reportagen, es wird wohl B5 gewesen sein, « Notizen aus... » hiessen die einzelnen Werke und hey! ich fand das irre interessant und hatte das Gefühl, danach etwas gelernt zu haben. Nochmal langsam: ich habe es genossen, Radioreportagen zu hören. Bünzli here we go.
Aber, meine Lieben, noch weigere ich mich standhaft, an irgendwelche Spieleabende zu gehen, die in letzter Zeit um sich greifen. Auch meine Spiessigkeit kennt Grenzen.
Und wie und ob die Pasta was geworden ist, kann nicht ermittelt werden, da sie als Geschenk angefertigt und ich lediglich mit Tiefkühlspinat abgefüttert wurde.
So siehts nämlich aus.
3 fois derivable:
das mit den spieleabenden erscheint gottseidank eine phase zu sein. meine mitbewohnerin, drei jahre jünger als ich, geht gerade hindurch. ich bin mir nicht ganz sicher, von welcher folgephase die spieleabende abgelöst werden (ich bemerke jedoch einen verstärkten rotweinkonsum in meinem haushalt, was ja so schlecht nicht sein kann).
Die Steigerung des Spieleabends ist ja, sich im Spielecafé zu verabreden. (Ja, das gibt es hier...)
Horror, sage ich Ihnen!
Ich hoffe, die Phase geht nicht nahtlos in die Babyproduktionsphase über. Das blüht mir dann ja auch noch.
Was den Rotwein betrifft, so mag ich den einfach immer noch nicht trinken. Das finde ich aber auch keine schlechte Sache ;)
...Aber vielleicht heisst das mit dem Rotwein-Nicht-Mögen ja auch nur, dass die vermaledeite Spiele-Abende-Phase noch laaaaange dauern wird. Bis ich Rotwein mag.
Ohgott.
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