Ich versteh's nicht. Wenn man bei den Integrationsdebatten zuhört, die in letzter Zeit Mode geworden sind, klingt immer ein bisschen durch, dass Bildung wichtig sei. Wichtig für die Integration. Hm. Ich habe ja um mich herum diverse Versuchsobjekte zu diesem Thema. Den Versuchsobjekten ist allen gemein, dass sie einen sehr hohen Bildungsgrad haben. Unter dem Doktor machen wirs nicht. Nur: Integriert ist hier kaum einer. Man ist schon froh, wenn sie einen Sprachkurs besuchen. Wenn sie denn Zeit haben, was angeblich nie der Fall ist, da alle achso beschäftigt sind und so viel arbeiten. Arbeitssprache ist eh Englisch. Klar, wenn ich weiss, dass ich nach 2 Jahren PostDoc eh wieder die Falle mache, ist mein Wille nicht so gross. Aber auch der akademische Mittel-und Oberbau bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Der soziale Austausch findet wenn nicht eh unter Arbeitskollegen, dann mit andern Ausländern statt. Und die Goofen werden in internationale Schulen gesteckt.
Integration hat mit dem Bildungsgrad herzlich wenig zu tun. Das hängt viel mehr vom Willen und der Erziehung des Einzelnen ab. Und davon, wie offen die soziale Gruppe, in die es sich zu integrieren gilt, ist.
Aber das ist ein ganz anderes Thema.
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