1.5.11

Kaninchenragout Grossmutter Art

Als ich so kontemplativ in der Küche rumstand und Herzerl, Lunge, Nierchen und Leber (die ist ja riiiiesig!) aus dem Kaninchen präparierte, wurde ich mir bewusst, dass ich das alles nur wegen dieser Szene tat. Tja. Was tut man nicht alles. ähem. Aber jetzt zum Wichtigen: Das Fleisch ward butterzart, die Mägen wohlig voll, die Stimmung freudig-beschwingt und dass Monsieur Ulliel dann doch nicht erschien, war irgendwann auch nicht mehr so tragisch. Der running gag des Abends: Weil mein deutsches Rezept in der Gegend rumflog, hiess es dann, wir ässen Kaninchen - also caniche. Das Pudelchen wurde so zubereitet:

Kaninchenragout Grossmutter Art
nach Betty Bossi - "Aus Grossmutters Küche"

Für 5-6 Personen
braucht mindestens 2 Stunden Zeit

1 grosser Brattopf
diverse Schüsseln zwecks diverser Zwischenlagerungen

1 Kaninchen
2 EL Senf
2 TL Salz
Pfeffer
Mehl
Bratfett
200 g Champignons
2  Rüebli in Stücken
200 g Saucenzwiebeln
2 Lorbeerblätter und ein Sträusschen Thymian, zusammengebunden

300-500 ml Weisswein (trocken)
300 ml Fleischbouillon

2 dl Vollrahm
ein wenig Maizena, im Rahm gelöst
1 EL Senf

Kaninchen am besten schon beim Metzger in handliche Stücke zerteilen lassen.(Bei nicht professioneller Behandlung haben Kaninchenknochen die etwas unschöne Angewohnheit, fiese Splitter zu werden. Sehr fiese.) Der Kopf blieb dann auch gleich beim Metzger, doch auch das half nicht, den Mitbewohner zum Essen zu überzeugen. Frühkindliche Traumata sind schwer zu überkommen.
Wasser zum Kochen bringen, Saucenzwiebeln 1 Minute sieden lassen, rausfischen. Wurzeln abschneiden und Zwiebeln aus der Schale pressen.
Kaninchen kalt abspülen, trocken tupfen. 
Senf mit Salz und Pfeffer verrühren, in das Kaninchenfleisch massieren.
Fleisch mit Mehl bestäuben. Portionenweise auf hoher, aber nicht zu hoher Stufe anbraten. (Sonst verbrennt lediglich das Mehl, während das Fleisch roh bleibt, dafür geht dann der Feueralarm los und alle haben sich total gern. ähem.)
Fleisch in Schüssel No 1 zur Seite stellen.
Eventuell etwas  Bratfett in den Brattopf geben und Zwiebeln, Rüebli und Pilze anbraten. (geht länger, als man denken würde)
Die Gemüserei in Schüssel No 2 geben. 
Wein in den Brattopf schütten, aufkochen und leicht einkochen.
Bouillon dazu, aufkochen. 
Jetzt die ganze Gesellschaft wieder dazu, also Fleisch und Gemüserei und das Gewürzsträusschen auch noch irgendwo hinstecken, am besten in Kontakt mit Flüssigkeit. 
Eventuell noch Wein nachschütten. 
Auf kleinster Stufe 1 Std.10 min schmoren.(Das Fleisch sollte bei geringster Berührung von den Knochen fallen.)
Alles wieder rausfischen und in Schüssel No 3 (oder in mittlerweile abgewaschene Schüssel No 1 und 2) geben. 
Rahm mit Senf und Maizena verrühren, in die Sauce geben, auf- und 1 Minute einkochen. Fleisch und Gemüse wieder dazu, ev. leicht erwärmen, servieren.

Dazu gabs Butterrüebli mit einem Curryhauch und viel, viel Brot.

0 fois derivable: