Die Fragen habe ich vor 4 Jahren schon einmal beantwortet. Aber hey, Lebensumstände ändern sich, Essverhalten auch.
1) Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?
a)Ja. Doch, mittlerweile kann ich kochen. Ich habe ein solides Standardwissen an Rezepten und Zubereitungsarten im Kopf, fremde Alltagsrezepte gelingen mir (fast) immer auf Anhieb, ich kann verschiedene Geschmacksrichtungen miteinander kombinieren. Doch, ich kann kochen. Auch wenn ich wohl nie eine Prinzregententorte backen werde. Aber das scheitert schon an der Geduld.
2) Wann isst bei Euch die ganze Familie gemeinsam?
Abends. Sehr sehr häufig. Und ja, am Wochenende natürlich auch mittags und hin und wieder auch morgens.
3) Was isst Du zum Frühstück?
Manchmal Brot mit Frischkäse und Confi. Manchmal Müesli mit Joghurt. Manchmal nichts. Sehr häufig Eisenkrauttee dazu.
4) Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?
Morgens: Siehe 3, gegen halb sieben.
Mittags: zwischen 11:50 und 12:40 Uhr . In der Kantine, bemüht um fleischlos. Bemüht. Nicht immer erfolgreich. Fast immer warm.
abends:Variiert sehr stark, irgendwas zwischen 18 und 21 Uhr. Zu Hause. Entweder aufgewärmte Resten, oder sehr oft Chäs ond Brot, gerne mit Suppe aufgemotzt.
5) Wie oft geht Ihr ins Restaurant?
Im Schnitt wohl ein bis zweimal pro Monat. Und ich liebe es. Hätte ich früher so auch nicht gedacht.
6) Wie oft bestellt Ihr Euch was?
Nie.
Selbermachen ist schneller.
Und wenn wir keine Lust auf Selbermachen haben, gehen wir ins Restaurant, weil wartezeitentechnisch (und preislich auch fast) kommt das aufs Selbe raus, wie bestellen.
7) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
5: Ja und nein. Vielleicht mal ein etwas edleres Restaurant. Aber die Frequenzbeschränkung: "Oh, wir können nicht ins Restaurant der Finanzen wegen", nein, das gibt es nicht. Das Bedürfnis ist einfach nicht da, öfters ins Restaurant zu gehen. Hat wohl auch mit der Erziehung was zu tun.
6: nein.
8) Gibt es bei Euch so was wie „Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Nudeln mit Tomatensauce. "Unsern" Mangofisch. Wenns indisch schmecken soll, habe ich mittlerweile meine Standardwürzung, die mir sehr gut gefällt. Gemüsesuppe, püriert und eingefroren immer auf Vorrat.
Immer wieder sonntags Carole's Scrambled Eggs.
Gefülltes Brot als Standardapéro.
Wenn Gäste kommen: Pilzrisotto. Immer noch. Als Fancy'Gästerezept mittlerweile Boeuf Bourguinon.
9) Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Ja.
10) Kochst du jeden Tag?
Nein.
11) Hast Du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?
Aus meinem: Alle.
Aus anderen: auch. Wird aber seltener, wende mich immer häufiger an meine Kochbücher.
12) Wer kocht bei Euch häufiger?
Ich.
13) Und wer kann besser kochen?
Ich.
Weil, mit mehr Leidenschaft. Aber die Konkurrenz ist dicht hinten auf.
14) Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Nein.
Man lernt ja mit den Jahren, dass es auch so was wie Kompromisse gibt. Und selbst da, wo ich Kompromisse eingehe, würde es sonst nicht in handfesten Streit ausarten. Es geht hier auch weniger ums Essen selbst als um die Nahrungsmittel. So toleriere ich halt Zucchetti im Januar und gehe auch mit in den riesigen Supermarkt, um einzukaufen. (Allein schon deswegen, weil ich die bonding-experience Supermarkt seit Jahren zu schätzen weiss.) Und wenn ich es doof und umweltverschmutzerisch finde, Fertigsuppen im Tetrapack zu kaufen, fülle ich halt das Gefrierfach entsprechend mit selbstgemachten Suppen. Ich habe keine Lust, um Nahrung zu streiten.
15) Kochst du heute völlig anders, als Deine Eltern?
Ja. Nein. Der Kochstil bleibt zentraleuropäisch-mit internationalem Einschlag. Ich probiere mehr aus. Würze mehr, würze anders, mache andere Sachen, auch indische oder amerikanische Gerichte, bin bei neuen Gerichten gnadenlos selbstbewusst (jedenfalls, bis die Küche explodiert). Wobei meine Eltern sehr froh sind, wenn ich bei ihnen kochen und sie auch etwas ausprobieren können. Manchmal scheint es einfach, dass sie in der langjährigen Routine gefangen sind und die Aktivierungsenergie, etwas Neues auszuprobieren, eine klein bisschen zu hoch scheint. Aber die Offenheit ist definitiv da.
16) Wenn ja, isst Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?
Ja.
Es gibt Sachen, die gibt es für mich nur bei meinen Eltern.
17) Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Ich war Vegetarier. Als ich jung war. Ich versuche meinen Fleischkonsum zu reduzieren. Was mir sehr schlecht gelingt, da ich mittags nicht selbst koche und das vegetarische Angebot meist nicht meinem Geschmack entspricht. Und noch kommt Geschmack vor dem Weltretten. Ich kann es mir nicht mehr vorstellen, vegetarisch zu legen. Aus gesundheitlichen Gründen. Am Anfang des Studiums habe ich einmal die Woche Fleisch gegessen(Freitags habe ich das Mensamenu gegessen. Ansonsten zu Hause Gekochtes, das immer ohne Fleisch war. Weil ich 1) nie dran denke, für mich fleischlos zu kochen und 2) das Budget, das Budget). Das hat mir unter anderem einen wunderhübschen Eisenmangel beschert, der auch mit Medis nicht mehr weg wollte. Und glauben Sie mir, Eisenmangel an der Grenze vom "Normalwert", das schlägt aufs Gemüt und ist nicht lustig. Wenn ich wochenends nur für den eigenen Haushalt und nicht für Freunde koche, bleibts aber vegetarisch. Das ist unbewusst bei mir so drin und wirds wohl immer sein.
18) Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?
Plunderteig.
Brathähnchen. Generell Sachen, die eher in die Richtung 'Ganzes Tier' tendieren.
19) Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?
Mittlerweile mag ich Kochen lieber. Könnte daran liegen, dass ich zur Zeit keinen richtigen Backofen besitze, sondern nur so eine vermaledeite Mikrowelle mit Backfunktion (und einem höchst eigenwillig kalibrierten Temperatursensor. Ein gemeiner Rührkuchen wird zur Herausforderung)
20) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
Zwei Geschichten. Eigentlich eine. Haben beide mit meinem Goldfischgedächtnis und der Küchentür zu tun. Und mit der Suppe. Also, Suppe war eine Kartoffelsuppe. 1 Stunde simmern lassen, währenddessen raus aus der Küche, nach anderthalb Stunden wieder rein in die Küche, Fenster aufgerissen und im sich klärenden Rauch erstmal gestaunt, wie verkohlt 6 kleingeschnittene Kartoffeln sein können. Praktisch vollständige Ox-Reaktion im gesamten Kochtopf. Es war nicht schön.Nach einer Woche einweichen auf dem Balkon die Kartoffelreste so gut es ging rausgeschabt, den Topf mit einer Spülmittel-Lösung gefüllt und eine Stunde auf dem Herd kochen wollen. Raus aus der Küche. (Ahnen Sie was ?) Nach einer Stunde wieder rein in die Küche. Putzlösung ist anscheinend kurz nach dem Aufsetzen übergekocht und hat die Gasflamme gelöscht. Gas ist jedoch während fast einer Stunde weiter in die Küche geströmt. Mein erster Reflex: Flamme wieder anmachen. Nicht mein klügster Reflex. Habe erstaunlicherweise überlebt. Es folgte Dauerlüften. Und Gasgeruch, für den ich früher eine leichte Neigung hatte (So, wie zu Lösungsmitteln und so) führt seit da dazu, dass mir leicht schlecht wird.
Aus offensichtlicher Nichtvorhandenheit, erlaube ich mir, die Fragen 21 und 22 zu überspringen. Meine Antworten wurden schon gegeben
23) Was magst Du überhaupt nicht?
Koriander und Kaffee, beides in mikroskopischen Mengen ok, alles drüber hinaus: Geht nicht.
Aus Höflichkeit kann ich sonst fast alles essen.Fenchel aber nur, wenn die Liebe sehr gross ist.